Skifahren ist nicht dein Ding oder du möchtest diesen Winter mal etwas anderes im Schnee erleben? Auf The King’s Trail ziehst du mit einer Pulka durch die winterliche Wildnis von Schwedisch-Lappland. Eine Woche lang bist du mit anderen Abenteurern unterwegs und übernachtest in einfachen Berghütten. Dort erwartet dich kein Hotelzimmer, dafür aber ein Holzofen, ein Etagenbett und ein Platz zum gemeinsamen Essen. Wie sieht dieses Hüttenleben aus? Vom Wasserholen aus einem Eisloch bis zum Warmhalten deines Handys: Das erwartet dich beim Übernachten am Kungsleden.
Schlafen in einer Berghütte, mitten in der Wildnis
Nach einem Tag im Schnee bekommt das Wort Gemütlichkeit eine ganz konkrete Bedeutung. Du bist drinnen, der Holzofen wärmt die Hütte und du kannst deine Beine ausruhen. Mehr braucht es in diesem Moment nicht. Genau das macht den Charme der Berghütten am Kungsleden aus: Sie sind einfach, bieten aber alles, was du unterwegs brauchst.
Während der Tour schläfst du jede Nacht in einer Hütte der Svenska Turist Föreningen, kurz STF. Diese Organisation unterhält die Hütten. Dort findest du Schlafräume mit Etagenbetten, eine Gemeinschaftsküche, Tische und Stühle. Du teilst mit deinen Mitreisenden also nicht nur die Landschaft, sondern auch den Ort, an dem ihr kocht, esst und schlaft.
Stell dir dabei kein Berghotel vor. Der Komfort steckt hier in den kleinen Dingen: der Wärme des Ofens, dem gemeinsamen Essen und dem Wissen, dass nach einem Tag draußen wieder ein Bett auf dich wartet. Gerade weil die Hütten so einfach sind, wird das tägliche Ankommen zu einem schönen Teil deines Abenteuers.
Wasser aus einem Eisloch und eine Toilette draußen
Einfach den Wasserhahn aufdrehen? Meistens nicht. In den Hütten gibt es in der Regel kein fließendes Wasser. Das Wasser holen wir aus einem Eisloch bei der Hütte. Zu Hause kannst du dir das vielleicht nur schwer vorstellen, unterwegs gehört es ganz selbstverständlich zum Tagesablauf. Das Wasser kommt hier nicht aus einer Leitung, sondern direkt aus der winterlichen Umgebung, durch die du wanderst.
Auch die sanitären Einrichtungen sind einfach. Außerhalb der Hütte findest du eine Trockentoilette. Ein Badezimmer mit warmer Dusche gibt es nicht. Duschen kannst du zu Beginn deiner Reise in Abisko oder am Ende in Nikkaluokta. An den Tagen dazwischen gehört das Leben ohne Dusche also zum Erlebnis.
Das klingt vielleicht nach einem großen Verzicht auf Komfort. Umso hilfreicher ist es, sich vorher darauf einzustellen. Du kommst nicht wegen eines großzügigen Badezimmers hierher, sondern um eine Woche durch Schwedisch-Lappland zu ziehen. Eine warme Hütte, eine Mahlzeit und ein Bett sind unterwegs die Grundlage. Alles andere wird schnell weniger wichtig als zu Hause.
Eine Sauna unterwegs? Fast jeden Tag
Keine Dusche heißt zum Glück nicht, dass du auf jeden warmen Wohlfühlmoment verzichten musst. Mit Ausnahme der Hütte in Tjäktja kannst du dich jeden Tag in einer Sauna aufwärmen. Nach Stunden im Schnee ist das eine ganz andere Art von Luxus als ein Hotelbad, aber definitiv etwas, worauf du dich freuen kannst.
Dieser Kontrast macht das Hüttenleben besonders. Draußen bist du mitten in der Winterlandschaft, drinnen kannst du wieder richtig warm werden. Ein volles Abendprogramm brauchst du nicht: Ankommen, essen, aufwärmen und die Beine ausruhen reicht völlig.
Behalte die Ausnahme in Tjäktja aber im Hinterkopf. Nicht jede Hütte hat genau die gleiche Ausstattung. Betrachte die Sauna deshalb als schönes Extra an den Tagen, an denen es eine gibt, zusätzlich zum Holzofen und einem Schlafplatz.
Essen in der Hütte: einfach, leicht und energiereich
Ein Restaurant für den Abend auszusuchen steht nicht auf deiner To-do-Liste. Abgesehen vom Anfang und Ende der Woche kommst du während der Tour an keinen Restaurants vorbei. Dein Essen reist also mit dir. Das Verpflegungspaket ist darauf abgestimmt: leichte, energiereiche gefriergetrocknete Mahlzeiten, die du problemlos in deiner Pulka oder deinem Rucksack transportierst.
Das Paket enthält sechs Frühstücke, sechs Mittagessen und sechs Abendessen von Real Turmat. Damit ist für die Mahlzeiten unterwegs gesorgt. Die Gemeinschaftsküche und die Tische in der Hütte bilden den Rahmen für dein Abendessen, nicht eine Speisekarte oder ein Restaurant.
Du isst vegetarisch? Gib das bei der Buchung an, damit dein Paket entsprechend zusammengestellt werden kann. Spezielle laktosefreie oder glutenfreie Pakete gibt es nicht. Du hast eine Lebensmittelallergie, eine Unverträglichkeit oder ernährst dich auf eine andere spezielle Weise als vegetarisch? Dann empfehlen wir dir, eigene getrocknete Mahlzeiten mitzunehmen. So behältst du selbst den Überblick darüber, was du unterwegs isst.
Kläre das vor der Abreise und nicht erst am Küchentisch der ersten Hütte. Mitten in der Wildnis kannst du nicht einfach in den Supermarkt gehen und eine Alternative kaufen. Mit Mahlzeiten, die zu dir passen, wird dein Abend deutlich entspannter.
Was kannst du in den Hütten kaufen?
Bei manchen Hütten gibt es einen kleinen Laden. Erwarte keinen großen Einkauf, sondern Grundnahrungsmittel und Snacks wie Nüsse und Süßigkeiten. Praktisch, wenn du unterwegs Lust auf etwas Leckeres hast, aber keine Grundlage für deine gesamte Verpflegungsplanung.
Verlass dich für dein Essen und deine Snacks also nicht allein auf die Hüttenläden. Dein Verpflegungspaket bleibt die Basis. Was du im Laden findest, ist eine Ergänzung und kein Ersatz für die Mahlzeiten, die du mitbringst.
In den Hütten kannst du mit Kreditkarte bezahlen. Nimm zusätzlich etwas Bargeld in schwedischen Kronen mit, falls ein Kartenlesegerät nicht funktioniert. Für unterwegs werden etwa 50 SEK in bar empfohlen. Damit hast du eine kleine Reserve und bist nicht vollständig auf ein funktionierendes Kartenlesegerät angewiesen.
Keine Steckdose und kein Empfang: So bereitest du dich vor
Dein Handy aufladen, während du isst oder schläfst? Das geht hier nicht. In den Berghütten auf dieser Tour gibt es keinen Strom und keine Steckdosen. Alles, was du die ganze Woche nutzen möchtest, muss also mit der Energie auskommen, die du selbst mitbringst.
Nimm ausreichend geladene Powerbanks oder Ersatzakkus für die gesamte Woche mit. Denk dabei nicht nur an dein Handy, sondern an alle Geräte, die du nutzen möchtest. Eine Powerbank hilft natürlich nur, wenn sie bei der Abreise auch wirklich geladen ist.
Die Kälte ist ein zusätzlicher Faktor: Bei niedrigen Temperaturen entladen sich Akkus schneller. Bewahre dein Handy und deine Powerbank tagsüber in einer Innentasche nah am Körper auf. Nachts nimmst du sie mit in deinen Schlafsack. Dort haben sie es wärmer als irgendwo in deinem Gepäck.
Auch Mobilfunkempfang gibt es hier nicht. In den Hütten ist allerdings ein Notruftelefon vorhanden. Das ist ein wichtiger Unterschied: Deine gewohnte Verbindung fällt weg, aber die Hütten verfügen über eine Möglichkeit, im Notfall Hilfe zu rufen. Für dich bedeutet das vor allem, dass du nicht mit deinen üblichen Nachrichten, Anrufen und Online-Ablenkungen rechnen solltest.
Die besten Tipps von unserem Team
Das Hüttenleben wird noch angenehmer, wenn du ein paar Kleinigkeiten vorab gut organisierst. Diese Tipps helfen dir bei der Vorbereitung:
- Gib deiner Elektronik einen festen, warmen Platz. Tagsüber gehören Handy und Powerbank in die Innentasche, nachts in den Schlafsack. Wenn du dir das zur Gewohnheit machst, vergisst du sie nicht so leicht im kalten Gepäck.
- Lade alles vor der Abreise auf. Prüfe auch deine Ersatzakkus und Powerbanks. Unterwegs gibt es in den Hütten keine Steckdose, an der du Versäumtes nachholen kannst.
- Kümmere dich rechtzeitig um dein Essen. Gib bei der Buchung an, wenn du vegetarisch isst. Du hast eine Allergie, eine Unverträglichkeit oder eine andere spezielle Ernährungsweise? Wähle vorher passende eigene getrocknete Mahlzeiten aus, statt auf eine Alternative im Hüttenladen zu hoffen.
- Betrachte Snacks aus dem Laden als Extra. Nimm selbst mit, worauf du dich verlassen möchtest. So bleibt eine Tüte Nüsse oder Süßigkeiten unterwegs eine schöne Ergänzung.
- Pack neben deiner Kreditkarte auch ein paar schwedische Kronen ein. Mit etwa 50 SEK als Reserve bist du weniger vom Kartenlesegerät abhängig.
- Stell dich auf einfachen Komfort ein. Eine Trockentoilette draußen, Wasser aus einem Eisloch und keine Dusche gehören dazu. Konzentriere dich auf das, was es gibt: eine warme Hütte, gemeinsames Essen und an fast allen Tagen eine Sauna. Das sind schöne Aussichten nach einem Tag im Schnee.